Bunter Bordstein gegen Rassismus: Heerstraße Nord setzt ein Zeichen!

Im Rahmen des Spandauer Aktionsmärzes und der Internationalen Wochen gegen Rassismus hat die Staakener Nachbarschaft am 30. März ein sichtbares Zeichen für Vielfalt und ein respektvolles Miteinander gesetzt.
Trotz grauem Himmel und sporadischer Regenschauer versammelten sich vor allem Kinder und Jugendliche rund um den Gemeinwesenverein Heerstraße Nord e.V., um ihre Osterferien kreativ zu nutzen. Mit Kreidezeichnungen, expressiven Schriftzügen und pointierten Statements verwandelten sie Böden und Wände in lebendige Ausdrucksflächen. Auch wenn die Protestbotschaften vergänglich sind, bleibt der Appell bestehen.

An der Aktion beteiligten sich unter anderem Kinder der Stadtteilbibliothek Staaken sowie der Kinder- und Jugendeinrichtung KiK – Kinder im Kiez. Da die Freizeitstätte ferienbedingt geschlossen ist, verlagerte sich ein Großteil der Aktivitäten in die unmittelbare KiK-Tunnel.

Initiiert wurde die Solidaritätsaktion von Staakkato Kinder und Jugend e.V., dem wichtigen Träger der lokalen Jugendarbeit, in Kooperation mit der Jugendinitiative Haki Sasa – Gerechtigkeit Jetzt!. Gemeinsam schufen sie eine offene Plattform für kreativen Ausdruck und Austausch. Das deutsch-tansanische Partnerschaftsprojekt, das 2024 ins Leben gerufen wurde, setzt sich mit den Nachwirkungen kolonialer Geschichte und deren gesellschaftlichen Strukturen auseinander. Rassismus wird dabei als historisch gewachsener und fortbestehender Missstand verstanden, dem aktiv begegnet werden soll.

An einer dazugehörigen Plakatstation entstanden farbenfrohe Aushänge mit klaren Botschaften wie „Rassismus wird gelernt. Freundlichkeit auch.“ oder „Der Mensch ist ein Naturprodukt. Unterschiede sind bereichernd.“ Auch auf dem Asphalt hielten die Teilnehmenden persönliche Gedanken, Wünsche und Forderungen fest. In Verbindung mit der Graffiti geprägten Tunnelkulisse entstand so ein vielschichtiges, kollektives Gesamtbild.

Musikalisch begleitet wurde der Nachmittag durch Djembe-Rhythmen unter Anleitung Zouls, einem Perkussionspädagogen aus dem QM-geförderten Flexteam Staakkatos. In einem offenen Stuhlkreis konnten Interessierte die afrikanischen Rhythmen selbst ausprobieren und mitgestalten. Das gemeinsame Musizieren knüpft hierbei an kollektive Ausdrucksformen an, die in antirassistischen Bewegungen seit jeher eine verbindende Rolle spielen.

„Gerade hier beginnt das Verständnis füreinander – im Alltag, im Kiez und von klein auf“, betont Mohammed Zaidi, Staakkato-Streetworker und Mitverantwortlicher der Haki Sasa-Initiative. Auch Anne Schmedding, Vertreterin der Stiftung Berliner Leben der Gewobag, würdigte die Aktion als wichtiges Signal aus dem Quartier. Weitere Aktionen, die auf wichtige soziale Herausforderungen aufmerksam machen sollen, sind bereits geplant. Ziel bleibt es, den Austausch zu vertiefen und Räume für gesellschaftliche Verantwortung nachhaltig zu stärken. Im Kiez und darüber hinaus.

Vier Tage zuvor luden die lokalen Jugendeinrichtungen gemeinsam zu einer Graffiti-Aktion vor dem Jugendzentrum Steig, um ebenfalls bunte Zeichen für Vielfalt und Respekt zu setzen.

Finanziell unterstützt wurden diese beiden Aktionen durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen über den Öffentlichkeitsmittelmittelfonds des Quartiersmanagements bzw. durch den Gemeinwesenverein.