Mit dem Projekt reagierten Quartiersrat und QM-Steuerungsrunde auf den wachsenden Bedarf an passenden Angeboten für ältere Menschen im Kiez, auf Altersarmut und Einsamkeit. Der ausgewählte Projektträger Fördererverein Heerstr. Nord und das QM-Team entwickelten gemeinsam mit der bezirklichen Stabstelle Sozialplanung ein Konzept, welches die gesellschaftliche Teilhabe von älteren Menschen durch aufsuchende Arbeit, aktivierende Befragung, gezielte Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung haupt- und ehrenamtlicher Akteure stärkt.
Das Redemobil als fester Bestandteil der mobilen aufsuchenden Seniorenarbeit hat sich als zentrale und regelmäßige Anlaufstelle etabliert. Seit den Anfangsjahren haben sich dabei vor allem drei Standorte bewährt: der Platz vor dem Medizinischen Versorgungszentrum Obstallee, das Einkaufszentrum New Staaken Center sowie ein Hof zwischen Pillnitzer / Loschwitzer Weg im westlichen Teil des QM-Gebietes.
Im Rahmen der mobilen Seniorenarbeit werden am Redemobil vielfältige Gespräche geführt, in denen komplexe Problemlagen behandelt werden: Verschuldung, geringe Literalisierung, Alkoholkonsum, Einsamkeit, Isolation im Alter sowie Schwierigkeiten bei der Antragstellung an Pflegekassen und Behörden. Ergänzt wurde diese Problematik durch Unzufriedenheit mit Vermietungsgesellschaften, Herausforderungen im Zuge von Quartiersveränderungen sowie allgemeine Ängste – sowohl tagsüber als auch in dunkleren Stunden.
Neben der fachlichen Beratung und Information fungiert das Redemobil als sozialer Treffpunkt, an dem Senior*innen bei einem Kaffee aktuelle Entwicklungen im Quartier reflektieren, vergangene Tage und persönliche Erlebnisse besprechen und bei bestehendem Vertrauensverhältnis auch persönliche Fragestellungen thematisieren.
Ergänzt wird das Angebot des Redemobils durch bedarfsorientierte Hausbesuche – mit mobiler Büroausstattung – sowie durch eine tägliche telefonische Erreichbarkeit von 09:00 bis 17:00 Uhr, was insbesondere mobilitätseingeschränkten oder auf anonyme Beratung angewiesenen Senior*innen zugutekommt. Wird im Gespräch ein weiterer Bedarf an professioneller sozialer Arbeit ermittelt, erfolgt entweder eine direkte Weiterleitung an die zuständige Sozialarbeiterin oder die Übergabe entsprechender Projektinformationen inklusive notwendiger Kontakttelefonnummern.
Die zweite zentrale Säule des Projekts ist die gut etablierte „offene, soziale Sprechstunde“ einer zuständigen Sozialarbeiterin zweimal wöchentlich, die von Senior*innen eigeninitiativ aufgesucht oder über das Redemobil weitergeleitet wird. Die Durchführung oblag der zuständigen Sozialarbeiterin und findet zweimal wöchentlich statt.
Im Rahmen des Projektes wurde darüber hinaus einmal in der Woche ein Familien- und Generationencafé als fester Termin etabliert. Neben dem intergenerationellen Austausch finden dort auch Geburtstagsfeiern, Feste und vielfältige Informationsangebote statt.
Ein wöchentlicher Sportkurs bildet eine wesentliche Erweiterung des Angebots. Regelmäßig nehmen bis zu 20 Personen an diesem Kurs teil, der gezielt auf die Förderung der körperlichen Gesundheit ausgerichtet ist.
Nachdem ein großer Teil der Personalkosten des Projektes durch das Bezirksamt Spandau – Fachbereich Soziales übernommen wurde, konnten freigewordene Mittel dafür eingesetzt werden, dem im Quartier ermittelten, dringenden Bedarf an seniorengerechten Sitz-, Kontakt- und Treffmöglichkeiten, ergänzt durch analoge Informationsangebote in Schaukästen, an ausgewählten Orten gerecht zu werden.
Text: Stefanie Bath (Fördererverein Heerstr. Nord e.V.) mit QM